Copernicus Copernicus Copernicus Copernicus Copernicus Copernicus Copernicus

Geschichte, Gremien, Verantwortung

Copernicus ist ein gemeinsames europäisches Informationssystem der Erdbeobachtung. Damit sichert Europa

  • den Zugang zu Informationen über den Zustand der globalen Umwelt und zu Schlüsseltechnologien der Erdbeobachtung.
  • den verstärkten Nutzen operationeller Erd-Fernerkundung.
  • Entwicklung und Wachstum eines europäischen Markts für Dienstleistungen in der Erdbeobachtung und Geoinformation

Copernicus ist ein europäischer Beitrag zum Globalen Erdbeobachtungssystem der Systeme (GEOSS) und eines der Flaggschiffe der europäischen Weltraumpolitik. Mit dem Lissabon-Vertrag (2009) erhielt die Europäische Kommission das Mandat, im Bereich der Raumfahrt aktiv zu werden. Die EU Mitgliedsstaaten wollen so allen EU Mitgliedern die Teilhabe am Nutzen von Weltraumtechnologien ermöglichen.

Deutschland teilt diese Ziele und hat Copernicus (bis 2012 unter dem Namen "GMES") von Beginn an unterstützt. Zum Erreichen der gemeinsamen Zielsetzung ergreift die Bundesregierung auch nationale Maßnahmen. Das Potenzial von Copernicus in Deutschland wird nur dann voll verwirklicht, wenn auch hier auf die neue Copernicus Infrastruktur zurückgegriffen wird.

Architektur und Verantwortung

Copernicus ist ein Programm der Europäischen Union. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist mit der technischen Koordination der Weltraumkomponente beauftragt. ESA und die Europäische Organisation für die Nutzung Meteorologischer Satelliten (EUMETSAT) sind außerdem mit Betriebsaufgaben der Weltraumkomponente betraut. Die Mitgliedsstaaten beider Institutionen sind somit Partner beim Aufbau von Copernicus. Die Mitgliedsstaaten der ESA tragen auch eigene Mittel zu Copernicus bei. Sie finanzieren die Entwicklung künftiger Generationen der Serntinel-Satelliten.

Das Copernicus System besteht aus einer Beobachtungs-Infrastruktur und Informationsdiensten. Bei den Beobachtungen unterscheidet man zwischen den satellitengestützten Messungen der Weltraumkomponente und den sonstigen (in situ) Beobachtungen.

 

Nutzer

Nutzer von GMES sind die öffentliche Verwaltung und Behörden auf verschiedenen Ebenen (EU, national, Land, kommunal). Sie verwenden die Informationen der Dienste für ihre Aufgaben der Planung und Beratung.

Auch Firmen können auf die Produkte der Dienste zugreifen um darauf aufbauend weitergehende Dienstleistungen für bestimmte Anwendergruppen zu entwickeln. Von dieser „Downstream“ Nutzung wird ein starker Impuls für den Markt dieser Dienstleistungen erwartet.

Wissenschaftliche Untersuchungen, zum Beispiel in den Erdsystemwissenschaften, profitieren von kontinuierlichen, globalen Datenreihen bekannter Qualität. Auch diese Ergebnisse gehen oft in die Politikgestaltung ein.


Dienste

Die sechs GMES Kerndienste zu den Themenfeldern

  • Landüberwachung
  • Überwachung der Meeresumwelt
  • Überwachung der Atmosphäre
  • Katastrophen- und Krisenmanagement
  • Überwachung des Klimawandels
  • Sicherheit

sind das Herzstück des GMES Systems. Sie erzeugen systematisch Informationsprodukte in ihren Anwendungsbereichen. Teilweise werden diese direkt von Nutzern verwendet. Oft werden die Produkte der Kerndienste von Nutzern oder Downstream-Dienstleistern für spezielle Anwendungen weiter aufbereitet.

Für die Entwicklung und den Betrieb der GMES Kerndienste ist die Europäische Kommission verantwortlich.

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Weltraumkomponente

Die GMES Weltraumkomponente umfasst fünf von der ESA eigens für die GMES Dienste entwickelte Missionen – die GMES Sentinels – und weitere Missionen, sog. beitragende Missionen, deren Daten für die GMES Dienste erforderlich sind. Zu den beitragenden Missionen zählen die meteorologischen Missionen von EUMETSAT und die wissenschaftlichen Missionen der ESA und des DLR ebenso wie kommerzielle Missionen. Die ersten Sentinel-Satelliten werden ab 2013 starten.

Bisher verwenden die GMES Dienste ausschließlich Daten von beitragenden Missionen. Die ESA verhandelt mit deren Eigentümern den benötigten Datenzugriff und Nutzungslizenzen. Auch langfristig werden beitragende Missionen ein wichtiger Teil der Weltraumkomponente bleiben. Die Sentinel-Satelliten erzeugen Daten, die absehbar nicht von beitragenden Missionen bezogen werden können.

Für die Koordination der GMES Weltraumkomponente und für die Entwicklung der GMES Sentinels ist die ESA verantwortlich.

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In Situ Komponente

Im Kontext von GMES wird unter „in situ“ Daten alle Eingangsdaten und –produkte der GMES Dienste verstanden, die nicht aus der Weltraumkomponente stammen. Das sind zum Beispiel Messdaten von Wetterstationen, Wasserpegeln, Luftchemie, sowie digitale Höhenmodelle, Topographie oder sozioökonomische Daten.

Für die Koordination der GMES In Situ Komponente ist die Europäische Umweltagentur verantwortlich.

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Meilensteine der Entwicklung

2014: Die Verordnung zur Einrichtung des Programms Copernicus und zur Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 911/2010 ("Copernicus Verordnung") tritt in Kraft.

2014: Mit Sentinel-1A startet der erste EU-Satellit der Copernicus Weltraumkomponente.

2013: Copernicus Daten- und Informationspolitik tritt in Kraft.

2012: Die ESA Mitgliedsstaaten beschließen den 3. Teil des „GMES Space Component“ Programms. Dieser ergänzt die Weltraumkomponente um Sentinel-5 und Sentinel-6 (Jason-CS).

2012: Umbenennung der Global Monitoring for Environment and Security (GMES) Initiative in Copernicus.

2011: Die Europäische Kommission und die Europäische Umweltagentur (EUA) regeln in einem Kooperationsabkommen ihre Zusammenarbeit bei GMES. Die EUA übernimmt die Koordination der In Situ Komponente und des GMES Dienstes zur Landüberwachung.

2010: Das Europäische Parlament und der Europäische Rat beschließen die Verordnung zu GMES und seine ersten operativen Tätigkeiten (2011-2013).

2009: Die ESA Mitgliedsstaaten beschließen „Gemeinsame Prinzipien der Sentinel-Datenpolitik“ und legen damit den Grundstein für einen freien und offenen Zugang zu den Sentinel-Daten.

2008: Die ESA Mitgliedsstaaten beschließen den 2. Teil des „GMES Space Component“ Programms.

2008: In ihrer zweiten Mitteilung zu GMES – „für einen sichereren Planeten“ – stellt die Kommission den Entwicklungsstand dar und kündigt ein EU Programm für GMES an.

2008: ESA und Europäische Kommission legen mit einem Kooperationsabkommen die Grundlage für die Beteiligung der Kommission am GMES Space Component Programm der ESA.

2007: Die Europäische Kommission stellt im 7. Forschungsrahmenprogramm 1,2 Mrd. € für die Entwicklung von GMES bereit.

2007: Der Weltraumrat – der gemeinsame Rat der EU und der ESA – stellen GMES neben Galileo ins Zentrum der Europäischen Weltraumpolitik.

2005: Auf der ESA Ministerratskonferenz in Berlin beschließen die ESA Mitgliedsstaaten mit dem „GMES Space Component“ Programm den Bau der ersten GMES Sentinels.

2005: Mit ihrer ersten Mitteilung zu GMES – „Vom Konzept zur Wirklichkeit“ – beschreibt die Europäische Kommission den geplanten Aufbau von GMES und erläutert die strategische Bedeutung des Programms und identifiziert GMES als Europas „wichtigsten Beitrag zum Globalen Überwachungssystem für Erdbeobachtungssysteme (GEOSS)“.

2001: Beim EU Gipfel in Göteborg beschließt die EU ihren Beitrag zum Aufbau einer europäischen Kapazität für Globale Überwachung für Umwelt und Sicherheit – GMES.

1998: Europäische Institutionen, die in Weltraumaktivitäten beteiligt sind, rufen Europa im „Baveno Manifest“ dazu auf, eine „globale Überwachung für die Sicherheit der Umwelt“ zu verwirklichen. Das Baveno Manifest wird als Startschuss der GMES Initiative betrachtet.