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Überwachung des Klimawandels

Der Copernicus Klimadienst steht - anders als die anderen Copernicus Dienste - noch vor der präoperationellen Phase. Daher sind Ausrichtung, mögliche Komponenten und Produkte derzeit noch nicht endgültig festgelegt. Ein inhaltliches Konzept wurde Mitte Juni 2011 von der Europäischen Kommission auf einem Workshop in Helsinki vorgestellt und dort mit Experten (u.a. auch aus Deutschland) diskutiert.

Auf Basis der Ergebnisse dieses Workshops wurde das Konzept für den Copernicus Klimadienst überarbeitet. Vor diesem Hintergrund formulierte die Europäische Kommission den 5. Aufruf im FP7-Weltraum-Thema. Nach Abschluss der Auswertung der eingegangenen Projektanträge wurden ab Ende 2013 als prä-operationelle Elemente des Klimadienstes fünf Vorhaben zur Durchführung ausgewählt (s. unten).

Ziel

Ziel des Copernicus Klimadienstes (Bezeichnung in der GMES-Verordnung: „Überwachung des Klimawandels zur Unterstützung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Eindämmung seiner Folgen“) ist der Aufbau von Klimainformationsdiensten. Diese werden globale, europäische und nationale Entscheidungsträger bei der Erfassung und Bewertung des Klimawandels und seiner Folgen wie auch bei der Entwicklung von Strategien und politischen Maßnahmen zur Anpassung („Adaptation“) an die Folgen des Klimawandels und zur Abschwächung („Mitigation“) der Emission klimarelevanter Spurengase unterstützen. Der Copernicus Klimadienst sollte im Kontext der von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und weiteren UN Organisationen vorangetriebenen Initiative „Global Framework for Climate Services“ als wesentlicher europäischer Beitrag eingepasst werden.
Der Copernicus Klimadienst wird von ECMWF (European Centre for Medium-Range Weather Forecasts) geführt werden.

Daten und Informationen

Die Informationsprodukte des Copernicus Klimadienstes sollen auf der Integration von Daten aus satelliten- und bodengestützter Erdbeobachtung, von Re-Analysen numerischer Wettervorhersagemodelle und von globalen und regionalen Klimasimulationen aufbauen. Produkte für die Überwachung des Klimawandels und seiner Folgen sollen zum einen Zeitreihen der von GCOS („Global Climate Observing System“) definierten „Essential Climate Variables“ (ECV) der Erdbeobachtung umfassen. Zum anderen soll damit auch die Modellierung der Wechselwirkung relevanter Parameter der verschiedenen Komponenten des Erdsystems als Basis für Klimasimulationen für Zeiträume von Jahreszeiten über Dekaden bis zu einem Jahrhundert unterstützt werden.

Portfolio

Folgende Komponenten könnte der Copernicus Klimadienst auf der Basis des 2011 von der Europäischen Kommission präsentierten Konzeptes umfassen:

  • Aus der Integration der Erdbeobachtungsdaten aller verfügbaren Plattformen abgeleitete Klimaüberwachungsprodukte für alle relevanten GCOS ECVs;
  • Aus der Re-Analyse des Erdsystems (einschließlich der Wechselwirkungen aller Komponenten) auf der Basis numerischer Wettervorhersagemodelle abgeleitete Klimaüberwachungsprodukte für alle relevanten GCOS ECVs;
  • Qualitätskontrolle und Bewertung der Ergebnisse der ECV-basierten Überwachung des beobachteten Klimawandels;
  • Bereitstellung der Ergebnisse aller verfügbaren relevanten
    Klimavorhersagen/-projektionen;
  • Gerasterte flächendeckende Klimafolgenindikatoren auf der Basis von stationsbezogenen Datensätzen;
  • Informationsprodukte zur Bewertung der Anteile des vom Menschen verursachten Klimawandels und der natürlichen Klimavariabilität an extremen Wetterereignissen;
  • Gerasterte Datensätze der Emission klimawirksamer Treibhausgase.

Weiterführende Informationen

Die ersten fünf EU FP7 Projekte zur spezifischen Unterstützung der Entwicklung von Komponenten des GMES Klimadienstes werden seit Ende 2013 unter starker Beteiligung aus Deutschland durchgeführt:

  • CHARMe (Characterisation of metadata to enable high-quality climate applications and services)
    Ziel: Bereitstellung von eine Metadaten-Plattform, die verschiedene Information über Datenvalidierung, Reife der angewandten Auswertealgorithmen sowie Datenverteilung standardisiert zur Verfügung stellt.
  • CLIP-C (Climate Change Information Platform for Copernicus)
    Ziel: Bereitstellung einer IT-Plattform, die Entscheidern wie auch Anwendern erlaubt, auf Klima-Information in großer Bandbreite zuzugreifen.
  • CORE-CLIMAX (COordintaing Earth observation data validation for RE-amnalysis for CLIMAte ServiceS)
    Ziel: Bereitstellung von Langzeit-Datenreihen der “Essential Climate Variables” durch Koordination der verschiednene Datenquellen
  • EUCLEIA (European Climate and weather events: interpretation and attribution)
    Ziel: Entwicklung von Werkzeugen/Mitteln zur Bereitstellung von belastbarer Information über Klima- und Wetterereignissen wie z.B. Dürre und Strumflut
  • QA4ECV (Quality Assurance for Essential Climate Variables)
    Ziel: Aufbau eines QA Systems für Beobachtungsdaten auf Basis von harmonisierten Auswertungen und Standards 

Darüberhinaus werden in Vorläuferprojekten für Copernicus „Downstream“-Dienste Daten zu verschiedenen Komponenten des Klimasystems entwickelt und bereitgestellt. Informationen zu den Projekten können auf der Internetseite der Europäischen Kommission recherchiert werden. Darüber hinaus könnten einzelne Daten und Produkte der Copernicus Dienste Atmosphäre, Ozean und Land für den Copernicus Klimadienst genutzt werden.

Mit hohem Potential zur Unterstützung der Entwicklung des Copernicus Klimadienstes sind folgende internationalen Projekte und Initiativen hervorzuheben:


Dipl.-Met Tobias Fuchs
Deutscher Wetterdienst
069 / 8062-2872
tobias [dot] fuchs [at] dwd [dot] de