Copernicus gestaltet: Europäisches Erdbeobachtungsprogramm ist im Arbeitsalltag angekommen

Copernicus gestaltet: Europäisches Erdbeobachtungsprogramm ist im Arbeitsalltag angekommen

vlnr: Nicolaus Hanwoski (ESA), Dr.-Ing. Walther Pelzer (Vorstand Raumfahrtmanagement, DLR), Staatssekretär Dr. Markus Kerber (BMI), Parlamentarischer Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (BMEL), Frau Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (BMU) und Parlamentarischer Staatssekretär Steffen Bilger (BMVI) eröffnen das Copernicus Forum ©Dirk Michael Deckbar

© Dirk Michael Deckbar

Temperaturen weit über 30 Grad, wenig Regen und ständig Sonne. Das war der sogenannte „Jahrhundertsommer“ 2018. Die Trockenheit hat der Landwirtschaft zugesetzt und enorme Schäden verursacht. Hier können Satellitendaten wie die des Copernicus-Programms helfen, Schäden und Ernteverluste zu minimieren. Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten, die sich durch Copernicus ergeben, sind Thema des diesjährigen Nationalen Forums für Fernerkundung und Copernicus. Das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) organisiert die Konferenz im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Rund 500 Nutzer und Anbieter von Erdbeobachtungsdiensten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung tauschen sich vom 27. bis 29. November 2018 in Berlin zu Erfahrungen und Plänen für die Zukunft aus.

Unter dem Motto „Copernicus gestaltet“ werden in Fachvorträgen, Fachsessionens und Podiumsdiskussionen Anforderungen und Potentiale sowie Visionen für die künftige Umsetzung und Gestaltung von Copernicus aufgezeigt und diskutiert. Neben den Nutzungsmöglichkeiten für öffentliche Einrichtungen werden auch privatwirtschaftliche Anwendungen und Forschungsergebnisse vorgestellt.

Zehntausende von Fachleuten arbeiten weltweit mit den Copernicus-Daten, die frei, kostenlos und für jeden verfügbar sind. Sie liefern beispielsweise Informationen über den Zustand der Felder und ermöglichen ein zeitgemäßes Management landwirtschaftlicher Betriebsflächen. Landwirte erhalten so für jedes Feld aktuelle Aussagen zur Bodenfeuchte, zum Pflanzenwachstum und zum Ertrag. Viele Menschen nutzen auch im Alltag, ohne es zu merken, Informationen, die aus diesen Daten abgeleitet sind, etwa wenn sie sich für Schadstoffkonzentrationen in der Luft oder für die Wassertemperatur im Mittelmeer interessieren.

"Die Copernicus-Daten stehen weltweit kostenlos und für jeden zur Verfügung. Sie liefern beispielsweise Informationen über den Zustand der Felder. Landwirte erhalten so aktuelle Aussagen zur Bodenfeuchte, zum Pflanzenwachstum und zum Ertrag. Viele Menschen nutzen auch im Alltag, ohne es zu merken, Informationen, die aus diesen Daten abgeleitet sind, etwa wenn sie sich für Schadstoffkonzentrationen in der Luft oder für die Wassertemperatur im Mittelmeer interessieren. Die langfristige Verfügbarkeit dieser Daten ist dabei absolut essenziell", betont Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand für die deutsche Raumfahrtagentur. "Auch im Management von Naturkatastrophen wie Waldbränden oder Überschwemmungen liefern Copernicus-Satelliten fast tagtäglich entscheidende Beiträge, indem sie aktuelle Lagebilder für die Einsatzkräfte bereitstellen."

„Zur Sicherstellung der Kontinuität zählt natürlich auch, dass der nationale Zugang zu den Informationen und Daten des Copernicus-Programms, CODE-DE, zukünftig weitergeführt und ständig an den Nutzerbedarf angepasst wird“, erläutert Dr. Jörn Hoffmann, DLR-Programmleiter für Copernicus.

Copernicus ist das operationelle Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Union. Herzstück des Programms sind sechs Satellitenfamilien, die so genannten Sentinels - zu Deutsch „Wächter“. Der erste Sentinel-Satellit hat im April 2014 seine Arbeit aufgenommen. Gegen Ende dieses Jahrzehnts sollen die Missionen Sentinel-4, -5 und -6 starten. Die EU betreibt mit dem Programm satellitengestützte Informationsdienste für Erdoberflächen, Ozeane, Atmosphäre, Katastrophenmanagement, Klimawandel und Sicherheit. In Copernicus werden auch Satellitendaten von Dritten einbezogen, so Daten der deutschen Satelliten TerraSAR-X, TanDEM-X und die RapidEye-Satelliten.

Das Raumfahrtmanagement im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn begleitet dieses europäische Erdbeobachtungsprogramm im Auftrag des BMVI auf europäischer Ebene und unterstützt deutsche Nutzer mit konkreten Maßnahmen wie einem Anwendungsportal.