Copernicus Marine Service Update

Copernicus Marine Service Update

Der Copernicus Marine Environment Monitoring Service (CMEMS) hat sein Produktportfolio aktualisiert.

Der Dienst stellt Produkte für vielfältige Bereiche bereit, unter anderem für die europäische Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie. Zudem wird erstmalig eine ESRI-shapefile-Konformität bereitgestellt, um GIS User zu unterstützen.

Die Produkt-Updates betreffen alle drei Bereiche Green Ocean, Blue Ocean und White Ocean.

Green Ocean umfasst biogeochemische Informationen über die Ozeane. Neuerungen betreffen Produkte zur Identifikation und Überwachung von harmful algal blooms (HAB) und Wasserqualität. Das Satellitenprodukts Global Ocean Colour wurde aktualisiert, und liefert nun in Echtzeit Phytoplankton Functional Types (PFTs) für den globalen Ozean. Damit kann die Typologie des Phytoplanktons identifiziert werden, die eine Schlüsselinformation für die Überwachung des Kohlenstoff-Exports ins Meer (wesentliche Abschwächung der globalen Erwärmung) sowie für ein besseres Verständnis der untersten Ebene der trophischen Kette im Meer ist. PFTs stellen detaillierte Gruppen von Phytoplankton dar, zu denen Kieselalgen, Haptophyten, Dinoflagellaten, Grünalgen und prokaryotisches Phytoplankton gehören.

Die Überwachung dieser PFTs erlaubt es festzustellen, in welchen Teilen des Ozeans bestimmte Phytoplanktonarten vorherrschen. Ein solches Produkt ist der Schlüssel zu einer besseren Überwachung der Wasserqualität, zum Verständnis der Auswirkungen auf die Fischereiindustrie sowie zur Quantifizierung des atmosphärischen Kohlenstoffexports ins Meer. Es ist auch der Schlüssel zur Beurteilung der Auswirkungen der globalen Erwärmung auf das Meeresplankton. Das Phytoplankton in den Weltmeeren erzeugt die Hälfte des Sauerstoffs, den wir zum Atmen benötigen. Die Ozeanfarbe wird weithin zur Schätzung der Chlorophyll-a-Konzentration verwendet, d.h. als Indikator für die Phytoplankton-Biomasse. Bis vor kurzem war es jedoch nicht möglich, diese Phytoplanktonpopulationen im Detail zu erfassen, weder mit Satelliten- noch mit In-situ-Messungen. Informationen über die Verteilung der Phytoplanktongruppen sind daher für die Wissenschaft von hoher Bedeutung, damit die Daten in biogeochemische Modelle aufgenommen werden können. Dazu verwendet das Copernicus Marine Service Ocean Colour Thematic Assembly Center (OC TAC) jetzt einen neuen Algorithmus zur Überwachung der PTFs im globalen Ozean. Dieser beruht auf einem Projektergebnis von ACRI-ST und dem Alfred-Wegener-Institut - Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (Hongyan Xi et al.2020). Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Blue Ocean beinhaltet physikalische Informationen über die Ozeane, wie z.B. Oberflächentemperatur, Höhe des Meeresspiegels, Strömungen, Wärmeinhalt, Salzgehalt, Dichte sowie Parameter zu Wellen und Wind. Neu ist, dass das Wellen-Portfolio durch ein wave reanalysis Produkt für den europäischen Nordwest-Schelf ergänzt wird. Die Daten sind für 1980-2019 mit einer Auflösung von 1.5 km verfügbar. Daten für das arktische Becken werden ab Dezember 2020 zugänglich sein.

White Ocean liefert Informationen über Meereseis. Das neue “neXt generation Sea Ice Model or neXtSIM” (Rampal et al., 2016; Rampal et al., 2019) ist ein thermodynamisches Lagrange-Modell mit einer horizontalen Auflösung von 3km, welches unter anderem Vorhersagen zu Meereis-Konzentration, -Drift und -Dicke ermöglicht. neXtSIM basiert im Vergleich zum existierenden Produkt Arctic coupled sea ice–ocean analysis auf einem neueren thermodynamischen Meereismodell (Winton 2010).

Weitere Informationen zu den neuen Produkten können Sie hier finden.