Die Frühlingsapp der Uni Jena

Die Frühlingsapp der Uni Jena

Der Klimawandel macht sich auf verschiedene Weise bemerkbar. Eine davon ist die Verschiebung der Jahreszeiten. Wissenschaftler in Jena wollen diese Verschiebung näher untersuchen und bitten um ihre Hilfe.
Im Rahmen des PhaenOPT (Satellitengestütztes Phänologiemonitoring in Thüringen) Projekts wurde ein kurzer Beitrag im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) im Programm „Thüringen Journal“ gesendet. Schwerpunkt der Reportage war die Smartphone-App „MySeasons“ und „Citizen Science“. Den Beitrag finden Sie hier.

Hintergrung zum Projekt

Durch die Zunahme der Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland hat sich der durchschnittliche Zeitpunkt der ersten Blühte bei einigen Pflanzenarten um mehrere Tage nach vorne verlagert. Das hat weitreichenden Einfluss auf die Bevölkerung, z.B. in Form früherer und stärkerer Allergiewellen. Seit 2016 erfolgt in Thüringen der Aufbau eines indikatorbasierten Klimafolgenmonitoring. Künftig sollen die interessierte Öffentlichkeit und Entscheidungsträger mit einem breit angelegten indikatorbasierten Monitoringbericht regelmäßig über die in Thüringen beobachteten und gemessenen Folgen des sich vollziehenden Klimawandels und die bereits in den verschiedenen Handlungsfeldern initiierten Anpassungsaktivitäten informiert werden.

Projektübersicht

Das Verbundvorhaben „PhaenOPT“ hat als Gesamtziel den Aufbau der operationellen Nutzung von Satellitendaten zur Entwicklung, Darstellung und regelmäßigen Beobachtung des Klimafolgenindikators „Pflanzenphänologie“ im Bundesland Thüringen. Um zeitliche Änderungen und Entwicklungen in der Pflanzenphänologie zu erkennen, werden freizugängliche Klimadaten und phänologische Beobachtungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit Satellitendaten in Beziehung gesetzt. Auf diese Weise werden Entwicklungen phänologischer Kenngrößen großflächig aus Sensordaten abgeleitet. Ein weiteres wichtiges Ziel des Projekts ist es, zusätzliche Beobachtungsdaten mit der Phänologie-App „My-Seasons“ von nicht professionellen Beobachtern zu gewinnen („Citizen Science“). Weitere Ziele sind die Nutzung der Projektergebnisse für den operationellen Betrieb des DWD, die Übertragbarkeit auf andere Bundesländer, sowie die Festigung fernerkundlichen Know-Hows an einer Behörde. Basierend auf einer von der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickelten webbasierten Geodateninfrastruktur zur automatisierten Akquise und Prozessierung von MODIS Zeitserien soll ein operationeller Monitoringdienst entwickelt werden, der beim Verbundpartner Jena-Optronik gehostet wird. Durch die hohe zeitliche Wiederholungsrate und hohe räumliche Auflösung aktuell verfügbarer Satellitendaten (u.a. der Sentinel-Reihe) wird eine wichtige Datengrundlage entstehen, die für das kontinuierliche Monitoring von Nutzen ist. Ein webbasierter Dienst soll die Bevölkerung Thüringens über die Entwicklung von Klimafolgenindikatoren informieren und somit den Klimawandel greifbarer machen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier oder auf den Seiten der Thüringer Klimaagentur.