Erdbeobachtungsprogramme

Erdbeobachtungsprogramme

Copernicus

Das Europäische Copernicus Programm erzeugt den wichtigsten Rohstoff unserer Zeit: Information. Es liefert Erdbeobachtungsdaten für den Umweltschutz, zur Klimaüberwachung, zur Einschätzung von Naturkatastrophen und für andere gesellschaftliche Aufgaben.


Copernicus ist ein umfassendes Programm mit einer eigenen Öffnet internen Link im aktuellen FensterSatellitenflotte und beinhaltet Öffnet internen Link im aktuellen FensterIn-situ-Daten und Daten Öffnet internen Link im aktuellen Fensternationaler und kommerzieller Satelliten.

Copernicus ist ein Programm der Europäischen Union. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist mit der technischen Koordination der Weltraumkomponente beauftragt. Die ESA und die Europäische Organisation für die Nutzung Meteorologischer Satelliten (EUMETSAT) sind außerdem mit Betriebsaufgaben der Weltraumkomponente betraut. Dabei betreibt die ESA die Sentinel-1, -2, -3 und -5P Missionen und EUMETSAT übernimmt den Betrieb der Copernicus -Missionen Sentinel-3 (Flugbetrieb, Ozeanprodukte), Sentinel 4 (auf MTG), Sentinel 5 (auf EPS-SG) und Sentinel-6.

Die Sentinel-Daten und Copernicus-Dienste sind für jedermann kostenlos – egal ob für behördliche Anwender, für die Wissenschaft, für kommerzielle Unternehmen, Start-Ups oder gemeinnützige Organisationen und Bürger.

Living Planet

Lebender Planet: Das Erderkundungsprogramm der ESA

Mit dem Erderkundungsprogramm "Lebender Planet" (Living Planet) untersucht die Europäische Weltraumorganisation ESA die globalen Umweltveränderungen. Kernbestandteil des Programms sind Spezialsatelliten, die sogenannten "Earth Explorer", mit denen die ESA einzelne Aspekte von Umwelt, Klima und Beschaffenheit der Erde erforschen will.

Die Missionen sind das Ergebnis eines mehrstufigen Auswahlverfahrens. Durch regelmäßige Aufrufe werden Wissenschaftler dabei wesentlich in die Ausgestaltung des Programms eingebunden. Die Einzelmissionen treten zudem die Nachfolge der extrem leistungsfähigen Umwelt-"Allroundsatelliten" ERS-1, ERS-2 und ENVISAT an. Deren erfolgreiche Messungen setzt seit 2014 das Copernicus-Programm von ESA und Europäischer Union mit dem Aufbau eines eigenständigen Satellitensystems für die globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung fort.

Die acht neuen Earth-Explorer-Satelliten auf einen Blick

  • GOCE (gestartet am 17. März 2009; Wiedereintritt am 11. November 2013)
  • SMOS (gestartet am 2. November 2009)
  • CryoSat-2 (gestartet am 8. April 2010)
  • Swarm (gestartet am 22. November 2013)
  • Aeolus (Start: Anfang 2018)
  • EarthCARE (Start: Anfang 2019)
  • BIOMASS (Start: nicht vor 2021)
  • FLEX (Start: nicht vor 2022)

"Earth Watch"

Ein weiteres Programmelement im Living-Planet- Programm ist die Earth-Watch-Linie, in der zukünftige Satellitensysteme für den nachhaltigen operationellen Einsatz vorbereitet werden. Das Konzept langfristig garantierter Datendienste steht hier im Mittelpunkt. Eine Voraussetzung dabei ist, dass der Routinebetrieb außerhalb des ESA-Rahmens finanziert wird. Ein Beispiel hierfür sind Entwicklung und Bau der meteorologischen Satelliten der Meteosat-Reihe, welche in Zusammenarbeit mit der europäischen Organisation EUMETSAT realisiert wird.

Neben diesem schon traditionellen Bereich der Meteorologie werden auch eine Reihe anderer Anwendungen mit strategischem und ökonomischem Potential ins Auge gefasst, wie Land- und Forstwirtschaft, Geologie, Umweltbeobachtung, Ozean- und Küstenmanagement, Kartographie, Versorgungswirtschaft und Sicherheit. Diese Aktivitäten sind nun in das eigenständige GMES-Programm übergegangen. Auch die Entwicklung der Datennutzung für GMES ist unter dem Namen GSE (GMES Service Element) Bestandteil des Earth-Watch-Programms.

Climate Change Initiative

Im Rahmen von "Earth Watch" wurde im Jahr 2009 das Programmelement Climate Change Initiative (CCI) von der ESA ins Leben gerufen. In derzeit insgesamt 13 Projekten wird der Aufbau von konsistenten Zeitreihen aus Satellitendaten zu jeweils einer Klimavariablen, den sogenannten "Essential Climate Variables", durchgeführt. Damit soll ein erheblicher Beitrag zu den Zielen von GCOS ("Global Climate Observing System") auf Basis von Satellitendaten geleistet werden. Durch Berechnung und Bereitstellung in einer einheitlichen Infrastruktur soll es sowohl Forschern wie auch Serviceanbietern ermöglicht werden, diese Daten zu nutzen. Typische Nutzungsanwendungen neben der Klimaforschung sind auch vielfältige Anwendungen, die durch Änderungen im Klima betroffen sind.